Software Entwicklung will gelernt sein

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Deborah Senn ist bei der Qualitas AG in der Ausbildung zur Informatikerin mit der Fachrichtung Applikationsentwicklung und hat gerade ihre Abschlussarbeit abgeschlossen. Ich wollte von ihr wissen, wie so eine Berufsausbildung abläuft, was den Alltag einer Auszubildenden bei der Qualitas AG ausmacht und warum sie sich für diesen Beruf entschieden hat.

Motivation

Hallo Deborah, warum hast du dich für die Informatik als Ausbildungsberuf entschieden? Frauen sind in den MINT Berufen immer noch eher selten, was hat für dich den Ausschlag gegeben, diese Richtung einzuschlagen?

Auf die Idee eine Ausbildung im Informatikbereich zu beginnen, bin ich vor allem durch meinen Vater gekommen. Er ist in der Informatikbranche tätig, wodurch ich zu Hause schon früh erfahren habe, um was es bei diesem Beruf geht.

Mir gefällt, dass ich als Informatikerin oft selbständig arbeite und vielfältige Aufgaben bekomme. Trotzdem arbeite ich nicht alleine, sondern in einem Team, das sich gegenseitig unterstützt, und wir tauschen uns regelmässig aus. Ich finde es spannend nach Lösungen für ganz konkrete Probleme zu suchen und damit ein Projekt ein Stück weiterzubringen. Wenn ich eine Aufgabe erhalte kann ich nicht einfach los programmieren, sondern muss mir überlegen, wie ich die Anforderung sinnvoll umsetze. Während der Implementierung oder dem Testing treten natürlich hin und wieder einmal Fehler auf. Bei diesen muss ich als erstes herausfinden, was schief läuft und mir dann überlegen, wie ich es verbessere, damit mein Code funktioniert.

Deborah Senn

Deborah Senn

Ich freue mich immer, wenn ich mit meiner Arbeit jemandem helfe, auch wenn es manchmal Kleinigkeiten sind. Je nach Arbeitsumfeld, bekomme ich auch manchmal direkt die Reaktionen auf neue Funktionen mit. Wenn sich ein Kunde oder Mitarbeitende der Qualitas darüber freuen, dass ich etwas programmiert habe, wodurch ihnen ihre Arbeit erleichtert wird, motiviert mich das für meine Arbeit.

Ausbildung bei der Qualitas

Was gefällt dir an deiner Ausbildung bei der Qualitas?

Meine Ausbildung hatte ich 2015 bei einem anderen Betrieb begonnen. Während meines zweiten Ausbildungsjahres wurde allerdings entschieden die Informatik in diesem Betrieb auszulagern und plötzlich war mein Platz dort nicht mehr gesichert. Mit Hilfe des Amts für Berufsbildung habe ich den Kontakt zur Qualitas AG gefunden und hier die Möglichkeit bekommen meine Ausbildung weiterzuführen. Ich bin froh, dass das so reibungslos geklappt hat.

Nach dem Wechsel habe ich mich bald “zu Hause” gefühlt bei der Qualitas, was sicher mit dem guten Betriebsklima zusammenhängt. Ich wurde schnell in den Arbeitsalltag integriert und habe schon kurz nach meinem Start Aufgaben erhalten, die ich selbständig bearbeiten konnte. Das war mir persönlich sehr wichtig und hat sich gut angefühlt.

Was mir bei der Qualitas gefällt ist, dass wir keine “anonymen” User haben. Wir arbeiten sehr eng mit den Projektleitern unserer Kunden, also den Zuchtverbänden, zusammen. Auf diese Weise können wir uns direkt austauschen und die Funktionen, die wir entwickeln, entsprechen damit den Bedürfnissen unserer Kunden.

Duale Ausbildung

Die Ausbildung zur Informatikerin wird im dualen System geführt. Was heisst das genau?

Das duale System ist eine Ausbildungsform, die in Unterricht in der Berufsschule und der Arbeit im Betrieb aufgeteilt ist. Die Ausbildung dauert insgesamt vier Jahre und das erste AusbiIdungsjahr ist in einen schulischen Teil und einen überbetrieblichen Kurs aufgeteilt. Bei den überbetrieblichen Kursen gibt es im Kanton Zug zwei verschiedene Systeme.

Bei einem System sind die Auszubildenden im ersten Jahr gar nicht im Lehrbetrieb, sondern nur in der Schule oder an überbetrieblichen Kursen. Die Kurse werden zentral bei Firmen wie Roche durchgeführt. Nachdem alle Kurse abgeschlossen sind, erstellen alle Auszubildenden eine zusätzliche Projektarbeit. Mein erstes Lehrjahr verlief nach dem anderen System. Neben der Berufsschule habe ich die überbetrieblichen Kurse als Blockunterricht besucht und war die restliche Zeit bereits in meinem damaligen Lehrbetrieb.

Ab dem zweiten Jahr verläuft die Ausbildung einheitlicher und alle Auszubildenden sind im Betrieb und tageweise in der Berufsschule. Die Anzahl der Schultage verringert sich mit jedem Ausbildungsjahr, wodurch ich mehr Zeit habe, um Aufgaben im Betrieb zu übernehmen.

Abschlussarbeit

Vor einigen Wochen hast du deine Abschlussarbeit – die IPA – geschrieben. Was war dein Thema und wie genau lief das ab? Und was heisst eigentlich IPA?

IPA ist die Abkürzung für eine Individuelle Praktische Arbeit. Diese Arbeit dauert rund zwei Wochen und ist das Abschlussprojekt der Berufsausbildung. Als Informatikerin bestand meine Aufgabenstellung natürlich aus einer IT Anforderung für einen unserer Kunden. Während meiner IPA habe ich etwas für das BeefNet, die Web-Applikation von Mutterkuh Schweiz, entwickelt. Für das Modul Fleischrinderleistungskontrolle (FLEK) habe ich für Mitarbeitende von Mutterkuh Schweiz ein Graphical User Interface (GUI), also die Weboberfläche, und die dazugehörige Logik programmiert. Das Ziel war es, dass die Mitarbeitenden von Mutterkuh Schweiz falsch eingetragene Daten wieder löschen können. Dabei habe ich mich mit verschiedenen Tools und Programmiersprachen auseinandergesetzt, deren Grundlagen ich während meiner Ausbildung gelernt habe.

Bei der Bewertung der IPA kommt es natürlich sehr darauf an, wie ich die Aufgabenstellung umgesetzt habe. Die Korrektoren bewerten aber auch meine Planung und die Dokumentation. Ich musste zeigen, dass ich ein Projekt, die Aufgabe und meine Kenntnisse richtig einschätzen und alles genau festhalten kann. So konnte ich während der IPA neben meinem fachlichen Wissen meine Erfahrungen in der Projektorganisation weiter verbessern.

Vielen Dank für den Einblick in die Welt der Auszubildenden bei der Qualitas und viel Erfolg weiterhin.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Deborah wird ab August als Software Entwicklerin bei der Qualitas arbeiten und überlegt sich, ob sie sich für 2020 zum Teilzeitstudium Informatik an der Hochschule Luzern anmeldet.

Qualitas fördert junge Talente

Neben Ausbildungsplätzen in der Informatik bieten wir regelmässig Praktikumsstellen und die Möglichkeit für Masterarbeiten für Agronomiestudent*innen in der Zuchtwertschätzung.

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