Die Landwirtschaft bewegt sich

Blog

Die Debatten um die Agrar-Initiativen machen auch vor der Qualitas AG keinen Halt. Denn auch für uns steht viel auf dem Spiel. Wir als Qualitas AG unterstützen die Landwirtschaft, indem wir IT-Lösungen für die Schweizer Nutztierbranche entwickeln und professionelle Dienstleistungen für die Tierzucht anbieten. Diese erlauben es durch ein optimiertes Management und eine verbesserte Effizienz, Verluste durch kranke Tiere, den Einsatz von Medikamenten und die Menge an Ausscheidungen zu reduzieren. Damit tragen wir dazu bei, die ökologische Verträglichkeit der Landwirtschaft mit der Umwelt zu verbessern. Im Rahmen dieses Blogs möchten wir einen Einblick geben, was wir bisher in Zusammenarbeit mit unseren Partner erarbeitet haben.

Ein Blick hinter die Kulissen von Qualitas AG

An Axiom custom SNP-array for Swiss cattle

Für die Umsetzung der genomischen Selektion ist die Genotypisierung der Tiere von entscheidender Bedeutung. Die Qualitas AG hat deswegen einen eigenen Chip entwickelt, der speziell für die Schweizer Rinderrassen angepasst ist. Neben der Kompatibilität mit bisherigen Chips für die genomische Zuchtwertschätzung, deckt der Chip auch eine Vielzahl von monogenen Merkmalen, wie Farbe oder auch rezessive Defekte ab.

Genotyp x Umwelt Interaktionen

Die Qualitas AG sieht in im Bereich der Genotyp x Umwelt Interaktionen grosses Potential: mit der immer besseren und hochauflösenderen Datenerfassung durch Livestock precision farming, zum Beispiel durch Roboter- und Sensordaten, oder Meteo- und Futterdaten, entsteht eine grössere Datendichte. Diese erlaubt es, genetische Analysen durchzuführen, um resiliente Tiere identifizieren und selektieren zu können.

Daten – das A & O einer zuverlässigen Auswertung

Die Rindviehzucht und ‑haltung werden heute immer stärker von umweltrelevanten und ethischen Aspekten beeinflusst. Gleichzeitig sind Bereiche wie Futterverwertung und Effizienz sowie Gesundheitsmerkmale auch wichtige Kostensenker und damit entscheidend für eine wirtschaftliche und zukunftsfähige Rindviehhaltung.

Auf der Suche nach gesunden Kühen

Mastitis, also eine Euterentzündung, ist eine bedeutende Krankheit in der Milchproduktion. Um unsere Kühe widerstandsfähiger gegen diese Krankheit zu machen, wird seit Jahren auf das Merkmal Zellzahl gezüchtet. Seit 2013 steht mit der Gesundheitsdatenerfassung (GDE) eine weitere Datenquelle zur Verfügung. Bei der GDE können Milchproduzenten Diagnosen über die Webportale der Zuchtverbände (BrunaNet, Holstein-Vision und redonline) melden.

HappyMoo

HappyMoo ist ein Interreg NWE (North-West Europe) Projekt. Das Ziel des Projekts ist die Erarbeitung eines digitalen Werkzeugs HappyMoo-Tool für Milchproduzenten zur Überwachung der Gesundheit und des Wohlbefindens ihrer Milchkühe basierend auf der Analyse von Milchproben mit Infrarotspektroskopie und nachfolgender Datenanalyse und -visualisierung.

Wie Aufzuchtverluste dank Zucht reduziert werden können

Rund 2 % der lebend geborenen Kälber gehen in den ersten 30 Tagen ungewollt ab. Das hört sich nach wenig an, dennoch bedeutet jeder einzelne Fall wirtschaftliche und züchterische Verluste und unnötiges Tierleid. Neben betrieblichen Massnahmen kann die Zucht helfen, die Abgänge zu reduzieren.

SNP-Typisierung: eine neue Ära in der Ziegenzucht

Der Schweizerische Ziegenzuchtverband wechselt die Technologie für die Abstammungskontrolle auf die SNP-Typisierung. Über das internationale Projekt SMARTER (Small Ruminants breeding for Efficiency and Resilience), in dem ebenfalls Genotypen von Schweizer Ziegen generiert werden, wird sich die Datenmenge schnell vergrössern, so dass theoretisch auch weiterführendere Anwendungen (genomische Selektion) in Reichweite gelangen.

SESAM – SESnor based Alpine Milk production

SESAM steht für “SESnor based Alpine Milk production” und arbeitet im Rahmen eines multi-nationalen Netzwerks von Organisationen im Bereich der Milchkontrolle und der Milchrinderzucht. Das Ziel von SESAM ist die Entwicklung und die Einführung von flexiblen Sensorsystemen, welche an die Bedürfnisse der Betriebe im Alpenraum angepasst sind. Die laufenden Entwicklungen in der Digitalisierung wirken sich auch auf die Landwirtschaft aus. In der Milchwirtschaft führt dies zu vermehrtem Einsatz der Sensortechnologie. Die in SESAM entwickelten Sensoren können verschiedene Aktivitätsmuster erfassen. Diese Aktivitätsmuster werden zur Vorhersage von relevanten Verhaltensweisen der Kühe verwendet. Die Kombination der abgeleiteten Verhaltensweisen mit Leistungsdaten, Fruchtbarkeitsdaten und Krankheitsdiagnosen erlaubt die Identifikation von charakteristischen Verhaltensmustern für Situationen, welche eine Intervention des/der Betriebsleiters/Betriebsleiterin oder des Tierarztes verlangen. Sobald genügend solche charakteristischen Verhaltensmuster ermittelt wurden, können diese als Input für ein Frühwarnsystem verwendet werden. Das in SESAM entwickelte System kann somit eine doppelte Funktionalität erfüllen. Einerseits können die Ergebnisse aus SESAM für ein Frühwarnsystem verwendet werden. Andererseits können die Warnmeldungen auch gleich für eine automatisierte Erfassungen von Diagnosen und Behandlungen eingesetzt werden.

Mit all den erwähnten Beispielen möchten wir aufzeigen, dass die Landwirtschaft sich bewegt und sich vielen Problemen bereits bewusst ist und daran arbeitet, nachhaltiger und ökologischer zu werden. Unserer Meinung nach sind aber die beiden Vorlagen “Für sauberes Trinkwasser” und “Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide” nicht zielführend. Vielmehr möchten wir den Bundesrat und das Parlament unterstützen, die den Handlungsbedarf bereits erkannt und sich für eine verbindliche Alternative zur Pestizidsverbots-Initiative ausgesprochen haben: Massnahmenpaket für sauberes Trinkwasser und eine nachhaltigere Landwirtschaft.

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